Verhütung durch Körperbeobachtung: Natürliche Familienplanung erklärt

Ein Paar sitzt im Bett und küsst sich verliebt. Die Frau trägt ein helles Oberteil und der Mann hat einen freien Oberkörper.

“Ich berechne meine Fruchtbarkeit, indem ich meine Körpertemperatur messe und meinen Zervixschleim beobachte” – Ganz ehrlich, wenn dir das deine Freundin oder Nachbarin erzählt, klingt das doch unglaublich, oder? Das Ganze nennt sich natürliche Familienplanung, oder auch abgekürzt NFP, und damit kannst du tatsächlich verhüten. Wie? Das liest du hier!

Was ist NFP?

Bei der natürlichen Familienplanung verhütest du, indem du deinen Körper beobachtest und anhand der Signale, die dein Körper dir gibt, den Zeitpunkt deines Eisprungs schätzt. Denn ab ungefähr 72 Stunden vor dem Eisprung und bis zu 24 Stunden nach dem Eisprung kann die Eizelle befruchtet werden. Zusätzlich dazu können Spermien bis zu fünf Tage lang in dir überleben, was so das Zeitfenster verlängert, in der Sex zu einer Befruchtung führen kann. Wenn du also den Zeitpunkt deines Eisprungs kennst, weißt du auch, wann die Gefahr groß ist, schwanger zu werden.

NFP ist ein Überbegriff für verschiedene Methoden, die fruchtbare Phase zu erkennen. Frauen können diese ganz individuell miteinander kombinieren. Alle Methoden bauen darauf auf, dass du weißt, wann dein Eisprung ist. Eines haben aber alle Methoden gemeinsam: Du musst deinen Körper gut kennen!

Die Sicherheit von Verhütungsmitteln

Die unterschiedlichen Methoden von NFP sind nicht alle gleich sicher. Die Sicherheit von Verhütungsmitteln wird mithilfe des Pearl-Index angegeben. Der gibt an, wie viele von 100 Frauen, die ein Jahr lang eine Verhütungsmethode verwenden, schwanger werden. Ein Pearl-Index von 2 bedeutet zum Beispiel, dass zwei von 100 Frauen trotz Verwendung des Verhütungsmittels nach einem Jahr schwanger sind.

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Welche NFP-Methoden gibt es?

Temperaturmethode

Beim Eisprung erhöht sich die Körpertemperatur um circa 0,2-0,5 C°. Bei der Temperaturmethode misst du jeden Tag zur gleichen Zeit , direkt nach dem Aufwachen, deine Körpertemperatur – und erkennst so den Temperaturanstieg beim Eisprung. Dafür brauchst du ein sehr genaues Thermometer, weil der Temperaturanstieg nur sehr gering ist. Außerdem sind regelmäßige Schlaf- und Aufwachzeiten ein Muss, und man sollte vor dem Messen einige Stunden lang nicht mehr aufgewacht bzw. aufgestanden sein.

Pearl-Index: circa 2

Billingsmethode

Die Billingsmethode wird auch Zervixschleimmethode genannt, weil du bei der Methode deinen Zervixschleim untersuchst. Der Zervixschleim ist ein Sekret, das der Gebärmutterhals absondert. Im Laufe des Zyklus verändert er sich – je näher man dem Eisprung kommt, umso klarer und “spinnbarer” wird er. Manche Frauen tasten zusätzlich noch den Muttermund ab, denn auch dieser gibt Anzeichen für den Eisprung; er wird weicher, öffnet sich ganz leicht und verändert seinen Stand in der Vagina.

Pearl-Index: 15

Kalendermethode

Der Eisprung wird bei der Kalendermethode rein rechnerisch bestimmt. Auf Basis der Länge der vorherigen Zyklen werden die fruchtbaren Tage errechnet. Die Kalendermethode als einzige Verhütungsmethode ist sehr unsicher, weil sie nur auf reiner Statistik und nicht auf Körperbeobachtung beruht.

Pearl-Index: circa 20

Symptothermale Methode

Die symptothermale Methode ist die sicherste Variante der NFP. Dabei werden die Temperaturmethode und die Billingsmethode, also die Beobachtung des Zervixschleims, kombiniert. Bei der Methode hast du doppelte Sicherheit, weil du immer zwei unabhängige Faktoren hast, die dir anzeigen, ob du im Moment fruchtbar bist oder nicht.

Pearl Index: 0,3

Ein Paar liegt in Unterwäsche im Bett und lächelt sich verliebt an. Auf dem Bild wird eine intime und vertraute Stimmung vermittelt.

Ist natürliche Familienplanung was für mich?

Nur ein bisschen Temperatur messen und schon kannst du nicht schwanger werden – das klingt natürlich fast zu schön, um wahr zu sein. So einfach ist es aber leider doch nicht. Denn man muss sehr konsequent sein, und wie bei allen Verhütungsmitteln gilt: Es ist nicht für jede Frau das Richtige. Wir haben 5 Punkte für dich zusammengefasst, die du wissen solltest, bevor du dich für die natürliche Familienplanung entscheidest:

1. Selbstdisziplin ist Voraussetzung

NFP ist nur sicher, wenn du deinen Zyklus diszipliniert dokumentierst. Du solltest deine Körpersignale jeden Tag aufschreiben, um Veränderungen sofort zu bemerken. Dazu eignet sich zum Beispiel unsere femSense App perfekt. Sie wurde extra dafür entwickelt, dass Frauen ganz einfach ihren Zyklus tracken können. Aber Achtung: Die femSense App ist kein Verhütungsmittel!

Apps wie femSense ersetzen deine Eigenverantwortung bei der Anwendung von NFP nicht! Sie können dich nur bei der Dokumentierung deines Zyklus unterstützen und vor allem bei Benützung der Sensorpatches die Sicherheit bei der Verhütung erhöhen. Falls dich interessiert, wie femSense genau funktioniert, findest du hier mehr dazu!

2. Ein geregelter Tagesablauf ist wichtig

Du arbeitest im Schichtdienst oder reist viel? Dann ist NFP vielleicht nicht die richtige Methode für dich. Denn um deine Körpertemperatur verlässlich messen zu können, ist ein relativ geregelter Tagesablauf ohne zu viel Stress und Schlafprobleme Voraussetzung. Die Messung sollte nämlich immer ungefähr zur gleichen Zeit nach einigen Stunden Schlaf am Morgen erfolgen. Dafür ist es wichtig, ein möglichst genaues Thermometer zu verwenden, weil die Temperatur beim Eisprung nur ganz leicht ansteigt. Möglichst genau heißt ein Thermometer mit mindestens zwei Stellen nach dem Komma.

Stattdessen kannst du allerdings auch die femSense Sensorpatches nutzen. Sie haben den Vorteil, dass du nicht jeden Tag zur gleichen Zeit die Temperatur messen musst, sie messen ganz automatisch und kontinuierlich bis zu 7 Tage lang deine Temperatur. Die Daten liest du mit deinem Smartphone in Sekundenschnelle 2x am Tag aus, Algorithmen werten sie im Hintergrund aus und die App sagt dir, was du wissen musst: Bist du heute hoch oder niedrig fruchtbar? Wurde ein Eisprung erkannt?

3. Keine Berührungsängste vor dem eigenen Körper

Berührungsängste und Ekel vor dem Zervixschleim solltest du bei der natürlichen Familienplanung nicht haben. Im Laufe des Zyklus verändert der Zervixschleim seine Konsistenz und zeigt damit zum Beispiel den Eisprung an. Um diese Veränderungen zu bemerken, musst du jeden Tag den Zervixschleim untersuchen. Das geht zwar auch mithilfe von Toilettenpapier, am leichtesten ist es aber, wenn du dafür deine Finger verwendest.

4. An fruchtbaren Tagen mit Kondom

NFP sorgt nicht automatisch dafür, dass du nicht schwanger wirst, sondern hilft dir nur dabei, die Fruchtbarkeit zu berechnen. An den Tagen, an denen du fruchtbar bist, also rund um deinen Eisprung, musst du noch zusätzlich verhüten, um nicht schwanger zu werden. Du kannst in dieser Phase zum Beispiel ein Kondom oder ein Diaphragma verwenden.

5. Schwieriger mit unregelmäßigen Zyklen

Es ist völlig normal, dass Zyklen unterschiedlich lange dauern. Bei 60 Prozent der Frauen schwankt die Zykluslänge innerhalb eines Jahres sogar um mehr als eine Woche. Bei sehr großen Zyklusschwankungen kann NFP aber unsicherer werden.

Wenn du vor NFP ein hormonelles Verhütungsmittel verwendet hast, kann es übrigens sein, dass dein Körper einige Monate braucht, um sich wieder zu erholen und zu seinem natürlichen Zyklus zurückzufinden. Deshalb solltest du ein paar Monate warten, bevor du die natürliche Familienplanung zur Verhütung nutzt.

Du verhütest hormonell, spielst aber mit dem Gedanken, damit aufzuhören? Lies hier weiter und erfahre alles, was du wissen musst, wenn du die Pille absetzen willst!

Möchtest du anfangen, deinen Zyklus zu tracken? Lade dir doch unsere femSense App herunter, um mit der Aufzeichnung deines Zyklus zu starten!

klickbares Foto mit 1 Verpackung, einem Siegel mit dem Schriftzug medizinisch zertifiziert und drei Punkten, die besagen: Erkennt den Eisprung zu über 93%, einfach & natürlich, hormonfrei

Quellen:

https://www.frauenaerzte-im-netz.de/familienplanung-verhuetung/natuerliche-familienplanung

https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/verfahren/natuerliche-familienplanung-200343

https://www.apotheken.de/krankheiten/hintergrundwissen/10370-pearl-index